Donau als Energiequelle: Machbarkeitsstudie bestätigt Potenzial für Wärmenetz in Vilshofen

Wiebke

06.05.2026

Wärme

Die Stadt Vilshofen an der Donau hat im Rahmen einer BEW-geförderten Machbarkeitsstudie (Modul 1) die Grundlagen für ein zukünftiges Wärmenetz im Bereich Stadtplatz und Jahnallee untersuchen lassen. Ziel der Studie war es, die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit einer nachhaltigen Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien für die Altstadt zu bewerten.

Übersichtskarte vilshofen

Im Fokus der Untersuchung standen insgesamt 173 Gebäude mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 26,8 GWh. Die Analyse zeigte, dass die Wärmeversorgung derzeit überwiegend über fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl erfolgt. Gleichzeitig verfügt die Donau über ein erhebliches Potenzial als regenerative Wärmequelle. Bereits eine geringe Nutzung des Flusswassers könnte den Wärmebedarf des Untersuchungsgebiets zeitweise vollständig decken.

Ein wichtiger Bestandteil der Machbarkeitsstudie war zudem die Einbindung potenzieller Wärmekunden. Hierzu wurden gezielt die größten Wärmeverbraucher im Projektgebiet befragt, da insbesondere sogenannte Ankerkunden eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Wärmenetzes darstellen. Ergänzend wurde im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung eine Online-Bürgerbefragung durchgeführt, um auch die Interessen und Anschlussbereitschaft der Bevölkerung frühzeitig in die Planung einzubeziehen.

Im Rahmen der Studie wurden drei unterschiedliche Versorgungskonzepte miteinander verglichen. Besonders überzeugend schnitt dabei die Kombination aus Flusswasserwärmepumpe und Biomasse-Spitzenlastkessel ab. Diese Variante verbindet eine hohe Versorgungssicherheit mit vergleichsweise niedrigen Wärmegestehungskosten und geringen CO₂-Emissionen. Laut Ergebnisbericht stellt sie derzeit die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung für das Projektgebiet dar.

Geplant ist ein klassisches Wärmenetz mit einer Trassenlänge von rund 3,1 Kilometern. Die Energiezentrale soll die Wärme aus der Donau mittels Großwärmepumpe nutzbar machen. Ergänzend sichert ein Biomassekessel die Versorgung in Spitzenlastzeiten ab.

Frequentum empfiehlt als nächste Schritte die vertiefte Planung sowie die anschließenden Genehmigungsphasen. Ein möglicher Baustart wird aktuell ab dem Jahr 2028 eingeordnet. Die Inbetriebnahme des Wärmenetzes könnte ab 2031 erfolgen.

Mit der Machbarkeitsstudie wurde ein wichtiger Grundstein für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung in Vilshofen gelegt.

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